Materialbaum Logo

In meinem Referendariat hat mich ein Kollege großzügig und immer super schnell mit Unterrichtsmaterialien versorgt. Danach fragte ich mich: Wie könnte so ein Austausch dauerhaft funktionieren – ohne dass jemand dafür extra „Teamarbeit" organisieren muss?

Im Jahr 2006 war Cloud-Speicher noch nicht selbstverständlich, die Dateien mussten zwischen den Rechnern der beteiligten Personen ausgetauscht werden, damit man gemeinsam an einem Materialbestand arbeiten kann. Aus diesem Spannungsfeld entstand der Materialbaum.

Drei Bausteine, eine Leitidee

  1. Austausch – technisch, aber alltagstauglich
    Wie synchronisiert man Ordner und Dateien zuverlässig zwischen mehreren Rechnern? Die Antwort kam aus der Softwareentwicklung: Ein Versionskontrollsystem ermöglichte es, gemeinsam an einem Verzeichnisbaum zu arbeiten und Änderungen zu verfolgen.

  2. Ordnung – die gemeinsame Verzeichnisstruktur
    Sobald mehrere Personen Dateien teilen, braucht es eine Verzeichnisstruktur, die einfach genug ist, um sie im Alltag zu benutzen – und klar genug, um Material schnell wiederzufinden.

  3. Bedeutung – Namen, die Inhalte sichtbar machen
    Der Kern des Projekts wurde schließlich die Namensgebung. Denn ein Dateiname wie „Arbeitsblatt" ist eine Schlummerfalle: Wertvolles Material schläft hinter einem Etikett, das nichts verrät.

Die Kernidee des Materialbaums war: Dateinamen und Ordnernamen sollten schon beim Lesen kleine Inhalte transportieren – prägnant, sortierbar, ohne Sonderzeichen, und so standardisiert, dass viele Menschen damit arbeiten können.

Was der Materialbaum mit dem Wissenspad zu tun hat

Rückblickend war im Materialbaum bereits etwas angelegt, das später im Wissenspad zum Mittelpunkt wurde: der Kampf gegen Schlummerfallen. Im Wissenspad geht es darum, Gedankengeschichten so zu dokumentieren, dass Zusammenhänge lebendig bleiben und man im Alltag wieder andocken kann. Genau dieses „Andocken" sollte die Benennungsstruktur des Materialbaums ermöglichen.

Diese Benennungsstruktur hat sich im Alltag bewährt und lebt bis heute weiter – auch als Baustein innerhalb der Wissenspad-Strukturen.

Mini-Referenz: Wie die Benennung funktioniert

Die Grundform folgt einer einfachen Idee: erst Einordnung, dann Inhalt. Typisch ist eine Kette aus Fach, Kontext, Jahrgang, Oberthema, Themengebiet, optionalem Kürzel für Methode und einem kurzen Abstract.

Beispiel:

Materialbaum Benennung

Ein paar Regeln machen das System robust:

  • nur Kleinbuchstaben, keine Umlaute, keine Leerzeichen
  • Bindestrich als Trennzeichen (damit Sortierung und Lesbarkeit stimmen)
  • kurze Kürzel für wiederkehrende Formate (z. B. ga für Gruppenarbeit)
  • Quellenkürzel, wo sinnvoll (z. B. wp für Wikipedia)
  • flache Ordnerstrukturen, damit Wichtiges „im Blick" bleibt

Die „sprechenden" Inhalte des Wissenspads haben ihre Wurzeln im Materialbaum – einem frühen Versuch, Zusammenarbeit möglich zu machen und Wissen so zu benennen, dass es nicht einschläft.

Referenz

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Leitfaden

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